Themenplan 3. Quartal 2015

Wir treffen uns jeden Montag um 19:00 Uhr im Haus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Fehrbelliner Straße 139 in Neuruppin.
Kontakt- und Informationsgespräche bei Bedarf und auf Wunsch auch schon ab 18:00 Uhr.
Gäste sind herzlich willkommen.
Datum, THEMA/Ort, (verantwortlich)

Juli

06.07. Vereinsmeierei (alle)
13.07. Meine Sucht (wsu)
20.07. Mein Thema (bmi)
27.07. Spieleabend (rry)

Augsut

03.08. Kulinarische Anregungen (alle)
10.08. Mein neuer Lebensabschnitt (rpo)
17.08. Überraschung (hko)
24.08. Grillabend (rpo/twa)
31.08. offenes Thema (alle)

September

07.09. Nach der Therapie (gsc)
14.09. Vorsorge fürs Alter (wsu)
21.09. Themenplan (alle)
28.09. Meine Erfahrungen (pni)

19:00 Uhr – Erster Dienstag eines jeden Monats Vorstellung EXIT e.V.
07.07. Salus – Klinik, Lindow (wsu/rba)
04.08. Salus – Klinik, Lindow (rpo/bmi)
01.09. Salus – Klinik, Lindow (gko/hmu)
19:30 Uhr – Dritter Dienstag eines jeden Monats Vorstellung EXIT e.V.
21.07. Schönbirken, Lindow (wsu/twa)
18.08. Schönbirken, Lindow (rpo/bmi)
15.09. Schönbirken, Lindow (gko/rry)
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Themen 05. April bis 28. Juni 2010

Wir treffen uns jeden Montag um 19:00 Uhr im Haus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Fehrbelliner Straße 139 in Neuruppin,

Kontakt- und Informationsgespräche bei Bedarf und auf Wunsch auch schon ab 18:00 Uhr

Gäste sind herzlich willkommen

Datum        THEMA, Ort    verantwortlich

05. Apr        Ostermontag
12. Apr        „Der Alkohol und ich“    wsu
19. Apr        Thema Der Peter    Peter
26. Apr        Offenes Thema    Adaption
03. Mai        Thema Leck    tle
10. Mai        Alkohol als Karrikatur    gko
17. Mai        Exkursion Friedhof    nar
24. Mai        Spieleabend    rry
31. Mai        Vereinsmeierei    alle
07. Jun        Vom Blick zurück nach vorne schauen    btr
14. Jun        Grillabend    rpo
21. Jun        Themenplan
28. Jun        Offenes Thema    alle??

19:00 h Erster Dienstag eines jeden Monats Vorstellung EXIT e.V.
06. Apr        Salus – Klinik, Lindow    wsu/gko
04. Mai        Salus – Klinik, Lindow    rpo/bmi
01. Jun        Salus – Klinik, Lindow    wsu/btr

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Themen 01. Januar bis 31. März 2010

Wir treffen uns jeden Montag um 19:00 Uhr im Haus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Fehrbelliner Straße 139 in Neuruppin.

Kontakt- und Informationsgespräche bei Bedarf und auf Wunsch auch schon ab 18:00 Uhr.

Gäste sind herzlich willkommen

Datum        THEMA, Ort    (verantwortlich)

04. Jan.        Rückblick auf die Feiertage (alle)
11. Jan.        Jahresausblick (alle)
18. Jan.        Vorbereitung Mitgliederversammlung (alle)
25. Jan.        Geheime Sucht (rry)
01. Feb.        Mitgliederversammlung – Vorstandswahl (alle)
08. Feb.        ICH und der Alkohol (bmi)
15. Feb.        Spieleabend (fli)
22. Feb.        Film(e) (gko)
01. Mrz.        Alkohol (tle)
08. Mrz.        Lebenslänglich(!) ohne Alkohol! (rpo)
15. Mrz.       Themenplan (alle)
22. Mrz.        Kegelabend (rpo)
29. Mrz.        5 Jahre danach! (mgo)

19:00 h Erster Dienstag eines jeden Monats Vorstellung EXIT e.V.
05. Jan.        Salus – Klinik, Lindow (wsu/btr)
02. Feb.        Salus – Klinik, Lindow (gko/ryb)
02. Mrz.        Salus – Klinik, Lindow (nar/btr)

Wer von den Verantwortlichen seinen Termin nicht wahrnehmen kann, bitte rechtzeitig wsu oder nar informieren.

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Themen 02.11.2009 bis 04.01.2010

Wir treffen uns jeden Montag um 19:00 Uhr im Haus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Fehrbelliner Straße 139 in Neuruppin.

Kontakt- und Informationsgespräche bei Bedarf und auf Wunsch auch schon ab 18:00 Uhr.
Gäste sind herzlich willkommen

Datum THEMA Ort (Verantwortlich)

02. Nov. Angaben zur Person, Fehrbelliner Straße 139 (str)
09. Nov. Spieleabend, Fehrbelliner Straße 139
16. Nov. Rückblick auf AEB, Fehrbelliner Straße 139(uwg)
23. Nov. Offenes Thema, Fehrbelliner Straße 139 (uwe)
30. Nov. Rückblick ambulante Therapie, Fehrbelliner Straße 139 (gko)
07. Dez. Weihnachtsfeier “ Klosterhof“
14. Dez. Themenplan, Fehrbelliner Straße 139
21. Dez. offenes Haus, Fehrbelliner Straße 139
28. Dez. offenes Haus, Fehrbelliner Straße 139
04. Jan. Rückblick auf die Feiertage, Fehrbelliner Straße 139

19:00 h Erster Dienstag eines jeden Monats Vorstellung EXIT e.V. in der Salus – Klinik, Lindow
03. Nov. Pöhls/Milde
01. Dez.  Supke/Arndt

Wer von den Verantwortlichen seinen Termin nicht wahrnehmen kann, bitte rechtzeitig Thomas Leck, oder ARN informieren.

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Themen 10.08. bis 28.10.2009

Wir treffen uns jeden Montag um 19:00 Uhr im Haus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Fehrbelliner Straße 139 in Neuruppin.

Kontakt- und Informationsgespräche bei Bedarf und auf Wunsch auch schon ab 18:00 Uhr.
Gäste sind herzlich willkommen

Datum THEMA Ort (Verantwortlich)

10. Aug. offene Diskusion, Fehrbelliner Straße 139
17. Aug. Thema „Alkohol“, Fehrbelliner Straße 139 (tle)
24. Aug. Spieleabend, Fehrbelliner Straße 139
31. Aug. Mitgliederversammlung Fehrbelliner Straße 139
07. Sep. Thema „Alkohol“, Fehrbelliner Straße 139 (wsu)
14. Sep. Reisebericht, Fehrbelliner Straße 139 (gla)
21. Sep. offene Diskusion „Selbsthilfe“, Fehrbelliner Straße 139
28. Sep. Grillabend, Fehrbelliner Straße 139
05. Okt. offenes Thema, Fehrbelliner Straße 139 (uwe)
12. Okt. Themenplan, Fehrbelliner Straße 139
19. Okt. „Die Kunst, ein Egoist zu sein“ Fehrbelliner Straße 139 (gko)
26. Okt. Kegeln, Sporthotel (fli)

19:00 h Erster Dienstag eines jeden Monats
01. Sep. Vorstellung EXIT e.V. Salus – Klinik (noch offen)
06. Okt. Vorstellung EXIT e.V. Salus – Klinik (wsu/gsc)

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Das Restrisiko

Auch Nahrungsmittel enthalten etwas Alkohol. Ein paar Beispiele, Alkoholangabe in Volumenprozent:

Tomatensaft 0,03 Vol. %
Alkoholfreies Bier 0,5 Vol. %
Bionade 0,06 – 0,13 Vol. %
Apfelsaft bis zu 0,4 Vol. %
Brot bis zu 0,3 Vol. %
Traubensaft bis zu 0,6 Vol. %
Sauerkraut etwa 0,5 Vol. %
reife Bananen etwa 1 Vol. %
Kefir 2 Vol. %

Siehe auch Süddeutsche Zeitung

EXIT präsentiert sich öffentlich mit einem Flyer

Pünktlich zur Aktionswoche Alkohol (13. bis 21. Juni 2009) haben wir  ein Stück Papier fertig, um auf unseren Verein aufmerksam zu machen. Eine 3-köpfige Arbeitsgruppe hat die Grundlagen für den Flyer zusammengetragen. An mehreren Abenden wurde dann mit unseren Mitgliedern redaktionell und grafisch daran gearbeitet. Jeder ist zu Wort gekommen und hat seinen Beitrag zum Gelingen dieses Papieres beigetragen. Ganz zum Schluss hat der Grafiker raufgeschaut, seine Bedenken  und Anregungen eingebracht und uns die Druckvorlage zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis der gemeinschaftlichen Arbeit kann sich bestimmt sehen lassen und steht hier (dauert etwas länger, die Datei hat 2,1 Mb) zum Download bereit. Der Druckauftrag für die erste Auflage wurde heute ausgelöst. Ein Spender für die erste Druckauflage hat sich auch gefunden. Alle Mitglieder des EXIT setzen darauf, dass viele Menschen und Institutionen aus der Region Partei für unser Anliegen ergreifen und auch bereit sind, an frequentierten Orten, beispielsweise Arztpraxen, Apotheken und Suchtberatungsstellen auszulegen. Flyer werden durch die Mitglieder persönlich verteilt.

Abgucken erwünscht

SUCHT – Selbsthilfegruppen gründen Netzwerk und bereiten gemeinsam Suchtwoche im Juni vor
MAZ – Von Jeanette Schäfer
NEURUPPIN Zwölf Suchtselbsthilfegruppen gibt es in Neuruppin. Drogen, Alkohol, Medikamente, Spielsucht, Co-Abhängigkeit von Angehörigen -jede Gruppe hat seine eigene Zielgruppe mit eigenen Treffen und eigenen Strukturen.
„Alle haben bisher ihr eigenes Süppchen gekocht“, sagt Thomas Leck, Vorsitzender des erst im Februar gegründeten Vereins EXIT. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Nach der Idee des Märkischen Abstinenzlerclubs forcierte EXIT die Gründung eines Netzwerkes Suchtselbsthilfe Neuruppin, „Vertreter von elf Gruppen waren bei unserem ersten Treffen am 25, März dabei“, erzählt Leck. Es sei nicht schwer gewesen, die Gruppen für eine Zusammenarbeit zu begeistern. Alle brachten sich ein, machten Vorschläge, wie die Suchtberatung in Neuruppin noch intensiver und effektiver werden könnte. „Wir haben uns am Ende der Veranstaltung die Frage gestellt, warum wir das Netzwerk nicht schon vor 20 Jahren gegründet haben“, sagt Daniel Bärtling von der Freien Selbsthilfe Neuruppin. Nach dem Motto „abgucken ausdrücklich erwünscht“ strebt das Netzwerk viermal im Jahr gemeinsame Treffen an. „Wir werden unsere Erfahrungen austauschen und dafür sorgen, dass Informationen unter den Gruppen weitergegeben werden“, erzählt Leck. „Warum hat zum Beispiel    eine    Selbsthilfegruppe   Zuschüsse   bekommen und die andere nicht.“ Leck sieht sogar ein Intranet, das die Kommunikation der Selbsthilfegruppen auf schnellem Wege ermöglicht, in den nächsten Monaten realisierbar.
Das erste Projekt des Netzwerkes ist die Organisation der Suchtwoche. Vom 13. bis 21. Juni werden sich in Neuruppin alle Gruppen mit ihren Angeboten präsentieren. „Bei der Vorbereitung der Suchtwoche arbeiten wir auch mit den professionellen Einrichtungen wie Tannenhof Berlin-Brandenburg zusammen“, sagt EXIT-Chef Leck.
Zu den wichtigsten Veranstaltungen gehört am Montag, 15. Juni, die Eröffnung der Suchtwoche. Sie findet in der kreislichen Suchtberatungsstelle Ibiz an der Neuruppiner Trenckmannstraße (in der Agentur für Arbeit) statt. Am Freitag, 19. Juni, werden sich alle Selbsthilfegruppen und die Suchtberatungsstelle Ibiz in der Klosterkirche präsentierten. „Wir gehen raus“, heißt die Losung für diesen Tag. „Wir haben kein spezielles Programm vorbereitet, sondern sind einfach da und für jeden erreichbar“, sagt Leck, „Wir bieten Gesprächs- und Kontaktangebote für Betroffene und Interessierte.“

Quelle: Märkische Allgemeine, Mittwoch, den 03. Juni 2009

Wein – Die Leber wächst mit ihren Aufgaben

Rotwein hält das Herz jung; er schützt vor Herzinfarkt. Eine kleine Notiz in der Zeitung, und am nächsten Tag wussten es alle. Wenn irgendetwas gut ist, dann denkt der Deutsche natürlich, mehr davon ist besser, nach dem Motto «Viel hilft viel». Die Dosis macht bekanntlich das Gift, aber in behobeneren Kreisen kommt man ja vor lauter Dozieren gar nicht auf eine wirksame Dosis.
Bier kann man trinken, weil es einem schmeckt, aber Rotwein -davon muss man etwas «verstehen»! Kein Biertrinker käme auf die Idee, dich in der Kneipe mit Verachtung zu strafen, nur weil du nicht über das Hopfen-Anbaugebiet seines bevorzugten Getränkes zu parlieren weißt. Bier ist Bier. Rotwein ist Religion, Weintrinken eine Wissenschaft für sich, die sogenannte Önologie. Was für ein praktisches Wort! Önologie ist wohl die einzige Wissenschaft, die man auch noch bei drei Promille fehlerfrei auszusprechen vermag. Versuchen Sie das mal mit komparatistischer Kryptologie!
Bevor Sie mich jetzt für den kompletten Banausen halten, möchte ich betonen: Ich hab auch meine bevorzugten Lagen. Im Supermarkt. Regal-Lagen. Ich kauf nie im Weinladen – da müsste ich zugeben, dass ich keine Ahnung habe. Dann dieser psychologische Druck: Für einen kostenlosen Probeschluck wirst du moralisch verpflichtet, den Laden nicht unter drei Stunden und fünf Kisten wieder zu verlassen. Und das Gelaber dazu!
Das Regal widerspricht nicht, es hilft dir wirklich bei der Entscheidung. Alles schön nach Preis sortiert. Ganz oben und ganz unten die Kartons. Oben zum Schutz der Flasche, unten zum Schutz des Trinkers. Wer die Nase oben trägt, fühlt sich mit den Grands Grus auf Augenhöhe, der beschämte Alkoholkranke greift automatisch nach unten. Das nenne ich «Kundenorientierung». Ich selbst liege irgendwo dazwischen, je nachdem, wofür ich den Wein brauche. Zum Mitbringen entscheide ich mich aus dem Bauch heraus – auf Bauchhöhe. Sofern ich den Gastgeber namentlich kenne, sonst auch eine Etage tiefer. Je anonymer die Party,  desto namenloser darf das Etikett ausfallen. Aber immer Stiel bewahren. Man gehört ja nicht  zum gemeinen Tetrapack. Was ich selbst trinken will, wähle ich so  auf Halshöhe. Selbstverständlich belese ich mich vor dem Betrinken. Wo die Weine heute alle herkommen: Amerika, Australien, Abfüllort siehe Laschenprägung. Dass man hierzulande Rotwein aus Südafrika oder Chile dem aus Frankreich vorzieht, ist wohl tiefenpsychologisch die spare Rache der Deutschen für den Vertrag von Versailles. Schlimmer als alles Weineinkaufen ist jedoch, in Nobelrestaurant: Wein zu bestellen. Ich gehe da immer so vor: Beim Blick auf die Karte sehe ich als Erstes nach dem Preis des Weines und schätze dann die Chance ein, ihn richtig auszusprechen. Ich entscheide mich immer für den zweitteuersten – ich bin doch kein Snob. Bei französischen Wertem, deren Etymologie mir nicht so klar ist, stopfe ich im entscheidenden Moment unter dem Vorwand eines Hüsteins einfach die Serviette in den Mund – dann geht’s. Der geübte Sommelier achtet beirr. Weinbestellen des Gastes eh nicht auf dessen Aussprache. Er schau: nur, wo auf der Karte der Zeigefinger zuckt. Ich habe inzwischen raus, wie die Jungs wirklich Respekt vor mir bekommen. Ich lasse jeden dritten Wein kommentarlos zurückgehen. Ein Schluck, und dann sage ich sehr bestimmt: «Ich glaube, dazu muss ich nichts weiter sagen, oder?» Seitdem spuren die. Keine Ahnung. ob der Wein noch gut ist oder nicht. Woher soll ich wissen, wie Kork schmeckt, wenn ich immer Weine mit Schraubverschlüssen kaufe!
Im Wein liegt die Wahrheit – der Schwindel im Kleingedruckten auf dem Etikett. Der Profi schaut direkt auf den Flaschenhals, denn ab 9,99 Euro erwarte ich eine Banderole, auf der so etwas steht wie «Appellatione controlada fantasia reservada para ignorantes ale-manes». Was so viel heißt wie: Wenn ihr Bürokraten in Deutschland wüsstet, wie viel Spaß wir in unserem Anbaugebiet haben!
Das ist doch auch wieder typisch deutsch, dass wir so sehr auf Kontrolle achten bei einem Produkt, das maßgeblich dazu gekauft wird, die Kontrolle wieder zu verlieren. Was die Kenner beim Geschmack alles unterscheiden wollen, so diffizile Dinge wie «Rückgeruch» oder «Länge». Ehrlich, ich bin froh, wenn ich am nächsten Morgen «Vorgeruch» und «Breite» unterscheiden kann.
Aber bis dahin ist es mitunter ein weiter Weg, und für die langen Abende, an denen sich die Zeit zwischen den Gängen dehnt wie im Zahnarztwartezimmer, verrate ich Ihnen heute ausnahmsweise fünf Regeln, wie Sie sich gekonnt durchbluffen können.
Die wichtigste Regel: Wer fragt, führt. Treffen Sie also beim Trinken mit einem Kenner niemals eine Aussage, sondern bauen Sie statt-dessen immer eine Gegenfrage mit ein. Wenn Sie nur einmal etwas Unqualifiziertes sagen wie: «Boah, der ist ja voll rot.» FALSCH! Der Abend ist unrettbar verloren. Richtig dagegen: «Ich erahne in dieser Farbnuance bereits Anklänge von Johannisbeeraromen auf einer erdigen Lichtung im Spätsommerregen. Sie nicht auch?» Da kommt jedes Gegenüber ganz schön ins Schwitzen.
Nach der Kommentierung von Farbe und Geruch kommt der erste ernsthafte Trinkversuch, aber nur ein winziger Schluck. Ihr Kommentar: «Was die Sonne in den letzten Tagen dieser Traube noch mitgegeben hat!» Diesen Satz sollten Sie üben und in allen Lagen drauf haben. Er klingt phantastisch und passt immer. Egal, was Sie trinken, ob weiß oder rot! Notfalls auch zu Prosecco oder Schampus.
Nach dem Aussprechen entscheidend: der Blick ins Leere! Machen Sie eine bedeutungsvolle Pause und zählen Sie innerlich bis dreißig. Sie dürfen auf keinen Fall etwas sagen, aber auch gar nichts! Mit jeder Sekunde, die Sie die Spannung halten, sinkt Ihr Gegenüber tiefer in seinen Stuhl und denkt: «Verdammt, der hat noch Empfindungen, ich spür schon lange nichts mehr.» Gewonnen! Noch ein Kommentar zum Abgang, und nichts kann Sie mehr von der Siegerstraße abbringen: «Wahrlich, dieses Eichenfass schmeichelt dem hinteren Gaumen. » Zu hoch gepokert? Ihr Gegenüber hat tatsächlich Ahnung und weiß, dass das Zeug nie ein Eichenfass von innen gesehen hat? Kein Problem. Werden Sie großzügig, schenken Sie nach und machen Sie sich ein; weitere Facette von alkoholischen Getränken zunutze, die retrograde Amnesie. Auf gut Deutsch: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Gegenüber am nächsten Morgen gar nicht mehr weiß, mit wem und worüber gesprochen wurde. Und dann, wenn es Ihnen genehm ist – machen Sie einen harmonischen Abgang.

Bleibt noch die Frage: Wie viel soll man denn wirklich trinken? Die unschädliche Dosis ist schnell erreicht, das klassische Achtel für die Damen, das Viertel für die Herren. Eleganter formuliert der Chinese: «Hör auf zu trinken, bevor du glaubst, die anderen wollen dich singen hören.» Oder etwas medizinischer: Bedenken Sie bei allem, was Sie trinken: Die Leber wächst mit ihren Aufgaben.

……….

Mit freundlicher Erlaubnis vom 11.05.2009
siehe auch www.hirschhausen.com
Dr. med. Eckart von Hirschhausen
Die Leber wächst mit ihren Aufgaben
rororo-Verlag ISBN 978-3-499-62355-4

wein-die-leber-waechst-mit-ihren-aufgaben